Grossssartig…!!!!

Wir sind alle ErroristInnen!

Die Gruppe erroristas ist ein Teil des argentinischen Politischen-KüstlerInnen-Kollektivs grupo etcetera, und treten seit 2005 durch Interventionen oder Performances in den öffentlichen Raum.
Vorallem arbeitet sie in enger Verbindung mit anderen Politischen Gruppen, SchriftstellerInnen, oder auch TheaterschauspielerInnen und bedienen sich u. a. mittels Strassenkunst (schablonen Graffitis) um in Erscheinung zu treten.
„Unsere Grundidee ist die Bewegung“, C. Forte, eines der Mitglieder, diese Aussage zeugt von einem hohen Aktionismus potentials welches sich z.B. mitte 2005 in einer der meistbekanntesten Aktion „Bang“so äußerte: ein Teil der Leute griffen auf das stereotype
Bild einer/ eines Terroristin / Terroristen zurück, bastelten Gewehre aus Holz und Karton, aus denen eine rote Fahne mit den Schriftzug „Bang“ flatterte und zogen damit bewaffbet in legerer Strandbegleitung los.
Diese Aktion entstand aus Ideen für den geplanten Bush besuchs, und vorallem dessen paranoia die durch die Medien im Vorfeld geschürt wurde; vor Terroranschlägen und wollten somit kritisch auf die starke desinformation aufmerksam machen. Als die Bullen alarmiert wurden und in Erscheinung von 20Polizeipatroulien aufzogen, beruhigten diese die leute jedoch nach den ersten Schock mit den Worten „Erschreckt euch nicht, das sind nur ein paar Clowns“. (Irrtum?!)
Doch die auseinandersetzung mit der Manipulation der Medien ist nur ein Inhalt der Gruppe mit denen sie vorallem durch Organisationen versuchen aufmerksam zu machen und zur Diskission zu stellen und anzuregen.

Im Namen „erroristas“ steckt ein doppeltes Wortspiel: zum einem fehlt das T um aus ErroristInnen TerroristInnen zu machen, zum anderen ist error das spanische Wort für Irrtum, Fehler, „Wir nennen uns auch erroristas weil wir glauben, dass der Irrtum die fundamentale Basis für den Beginn jeder Konstruktion ist. Wir irren uns ständig, machen fehler“.

Im antinationalen MANIFEST legt das Kollektiv seine Grundsätze fest:

--> 1. Der Grundgedanke des“Errorismus“ besteht darin, dass ein Irrtum das Ordnungsprinzip der Wirklichkeit darstellt.
2. „Errorismus“ ist eine Irrtümliche philosophische Haltung mit dem Ritual der Verneinung, eine
Unorganisierte Organisation: der Fehler als Perfektion, der Irrtum als Treffer.
3. Das Aktionsfeld umfasst alle Praktiken, die der Befreiung des Menschen und seiner Sprache dient.
4. Verwirrung, Überraschung, spontanes und das „Absurde“ sind die bevorzugten Werkzeuge der „Erroristas“.
5. Lapsus und Fehlhandlungen sind für den / die Erroristen / Erroristin die reinste wonne.

--> Zusätzlich sind sie noch davon überzeugt dass:
-Politik Leben ist und Leben Politik
-der Errorismus re-evolutionär ist und seine Praktiken re-volutionieren auf der Suche nach Autonomie
-der Kapitalismus als erfolg beschönigt wird, jedoch im Grunde der grösste Irrtum überhaupt ist
-Erotik der Schlüssel des Liebesspiels ist und es Liebe ohne Fehler gibt,
-und befüworten dennoch, oder gerade deswegen Masturbation…

Ein aktuelles beispiel eines „Irrtums“, denen die Erroristas entgegenzusetzen versuchen, ist dr Fall des Mordes an einem vermeintlichen Terroristen in der Londoner Metro. „Es war ein Irrtum“, rechtfertigten sich die Polizisten, die den jungen Brasilianer erschossen. Eine Verwchslung? Also?
- Kann dann nicht jedeR einE TerroristIN sein?

…Wir sind alle ErroristInnen!

„Durch den durch, zum grossteil der Medien, verbreiteten Terror werden wir Teil der Strategie des Globalen Krieges. Woche für Woche wird ein neues Kriegsgebiet identifiziert, ein neues möglicherweiße „gefährliches“ Subjekt, sei es wegen bereits begangerner Attentate, der Angst vor ihnen oder den von ihnen möglicherweisse ausgehenden Bodrohungen, wir fühlen uns eingesperrt in einer Welt die sich in Alarmbereitschaft und Paranoia befindet“ Etcetera….

Wenn du diese Nachricht gelesen hast… War es ein Irrtum.

LEIDEN_schaftlich TRäuMeN

„Die interne Beschränktheit und der darausfolgende Misserfolg des Surrealismus bestand -laut Debord- v.a. in seinem stehenbleiben bei der Entdeckung, dass das Unbewusste (…) die endlich entdeckte grosse Kraft des Lebens sei, ausgestattet mit einem unendlichen Reservoir an revolutionär zu nutzender Phantasie“ (S.I.)

Da ich zur Zeit, dank einer Krankschreibung, nicht täglich den Ort der organisierten stummen Langeweile, auch bekannt als Schule, aufsuchen muss, verbringe ich viel Zeit in meinem Bett, und da ganz besonders gern mit träumen. Doch seit ein paar Nächten habe ich immer wieder den selben, krassen (ALP-) Traum. Nach dem ersten Male, machte ich mir lediglich die üblichen Gedanken, schrieb sie, bzw. den Traum aber nicht auf, beim zweiten Mal, stellten sich mir dann schon abstraktere, tiefgründigere Fragen, nicht ausschliesslich auf diesen Traum bezogen. Nach dem dritten Male, schrieb ich ihn auf und versuchte die Ursachen zu erforschen, nahm die Traum-Bilder ernst und wollte parallelen zum realen Sein übersetzen, mittels metaphorik und symbolen.
Wenn dass Unbewusste tatsächlich auch das Vorbewusste ist, so Marx, und mensch alles unverarbeitete, irgendwelche assoziierten Bilder in eine bestimmte Form bringt, die im Traum zur Bewältigung der Alltagsrealität dient, dann, dann fürchte ich mich vor der konkretität, der Deutung diesen Traumes, dessen häufige wiederholung und die veknüpfung zur objektivierten Realität!

P(ost) S(criptum)…
Leidenschaft(-lich) =

1. Im Umgangssprachlichen Sinne: die Unlust durch passives Erleiden

2. In Marx´ Augen: (sinnlich sein, ist leidend sein), er hebt besonders die aktive Seite hervor: Das Leiden als wirklichkeitsergreifende Leidenschaft. „Die Leidenschaft, die Passion ist die nach seinem Gegenstand ernergisch strebende Wesenskraft des Menschen“.

--> So, nun aber zu meinem Traum!

Ich und Rita, eine ehemalige Schulgenossin sind zusammen in der Schule. Nach Stundenschluss springen wir über den Schulhof, über Mauern und fahren schliesslich zügig mit ihren Fahrrad weg. Allerdings ist es ein ganz anderes Gebäude und auch ein anderes Virtel. Jedenfalls fahren wir zügig einen steilen Berg hinab. Ich habe ein mulmiges Gefühl, Angst irgendwie. Ich sitze auf den Gepäckträger und gralle mich fest in ihren Leib. Während wir immer rasanter fahren, stellen sich uns viele Hindernisse in den Weg (meist Menschen). Plötzlich verwandelt sich Rita in „Rote Ratte“ und meine Angst ist verschwunden.
Als wir so fuhren, bemerkte ich, dass wir in Apolda sind, aber ich wunderte mich nicht, es war eben so normal. Am Ende der langen Strasse angekommen hielten wir und eielten auf die gegenüberliegende Seite zur Brücke. (Von dieser Brücke in Apolda träumte ich zuvor schon oft, und immer wenn ich in meinen träumen dann bei der Brücke ankomme, verändert sie sich von der realen in Ap.) .
Es ist spät am Nachmittag. Wir stehen vor der Brücke und lassen die imposante Architektur, mit ihren zahlreichen Brückenbögen, hervorstechenden Einzelelementen und vielen kleinen Details auf uns wirken. Krass. Diese Brücke sieht aus wie eine Ruine eines alten Schlosses. nur eben vollkommen aus Metall!
Als wir die Brücke betraten, war es feucht und es tropfte Wasser herab. Einen Eingang/Bogen weiter stiessen wir auf einige unserer Freunde z.B. Panther und seine Freundin Soraya, ulleika, Strangeboy, Emilia, Lisa, Mondkuh, Tina und Aergernis, sie sassen da, angepannt und es schien als hätten sie alle bereits eine lange Zeit da verbracht, zumindest waren ihre Kleider in einem recht „verwahrlosten“ Zustand. P. erblickte uns zu erst, und plötzlich freuten sich alle imenz, es schien als hätten sie auf uns gewartet, eine nervöse Stimmung kam auf, ein Gefühl wie unmittelbar vor einer Reise, und alle, T. voran, begonnen sich auszuziehen. T. forderte uns auf das ebenfalls zu tun, und wir taten es. Anschliessend wuschen wir uns in den kristallenen Gewässer hinter der Brücke.
(Szenenwechsel)
Was mir damit bezwecken wollten weiß ich nicht. Nun war es dunkel und wir lagen/sassen alle gemeinsam in einen der Bögen recht weit unten der Brücke. Es waren Kerzen an und ich sass etwas abseits von unseren Freunden und beobachtete sie. Auf einmal aber überkam mich ein erregendes Gefühl, ich zitterte und wollte weg von denen. Ich wollte allein sein. Ich zog mir an den Haaren und schrie sie an, dabei waren sie ganz ruhig und wunderten sich über mein Hysterieanfall. Irgendwie panisch war ich, und in diesen Zustand kletterte ich wild die Brücke hinauf. Beinah ganz oben angekommen hielt ich inne, beruhigte mich, als ich bemerkte, dass ae. mir gefolgt war. Er sah anders aus, seine Augen erkannte ich nicht, er lachte und stiess mich die Brücke hinunter.
(Szenenwechsel)
Ich war jedoch nicht gestorben. Allein und unversehrt wachte ich in einen grossen Raum auf, es war finser und ich blieb sitzen. Nach einer Weile erkannte ich einiges um mich herum. Den sturz allerdings vergessen, und auch an meine Freunde und ae. erinnerte ich mich nicht. Jedenfalls war der Raum voll mit allerlei kram zu entdecken, irgendwelchen vergessenen Dingen längst vergangener Zeiten. Eine kerze ging an und ich sah das der Raum vollkommen aus Backstein und lehm war. Ich wühlte weiter in den schweren, massiven Schränken und fande in den Schubladen alte Schriften. Es schien, als hätte ich eine Ewigkeit in diesen Raum verbracht. Doch die Tageszeit änderte sich nicht. Plötzlich rief eine vertraute Stimme meinen Namen. Ich folgte dem Ruf in das Nebenzimmer und da stand Lou. vor mir, irgendwie konnte ich ihren Blick nicht deuten. In einer unerwartet raschen Bewegung ergriff sie meine Hand und gemeinsam verliessen wir den Raum. Wir liefen schnell, rannten beinahe in Richtung zur Brücke, ich konnte sie schon sehen, der Raum war ganz in der Nähe. Auf den Weg trafen wir noch auf Menschen. Sie sahen verzweifelt aus, vollkommen ausser sich, willkürlich mit den Armen fuchtelnd, winkend wollten sie uns daran hindern zu der Brücke zu gelangen. Ja beinah flehend wirkten sie und sprachen auf einer uns unbekannten sprache ganz verzerrte Worte. Ich und Lou. schafften es an ihnen Vorbei z kommen und sahen auch gleich alle uns Vertrauten menschen. Aber sie weinten, alle ausser Rora, sie war verkleidet, ihr Gesicht bemalt und hielt ein Messer in der Hand. Verwirrung und Unsicherheit überkam mich. Was soll ich davon halten? Da sah ich ae. regungslos am Boden liegen, und ich wusste das er tot ist. er wahrscheinlich ebenso wie ich von der Brücke stürtzte. Ich weinte nicht, empfand nichts, war nur noch starr. Es wurde alles still, mein inneres schien davonzuschweben, ich hörte kein wimmern meiner Freunde mehr, keinen Laut der Umwelt. Es war krass, so als gehe alles in sich über, und ich spürte eine kleine Windböhe auf meinem Gesicht. Plötzlich war alles wie zuvor, als würde ich aus einen Trancezustand erwachen, alles so real.
Ich blickte in das Gesicht von Lou., sah ihr erwartend in die Augen, und nun konnte ich ihren Blick wohl deuten, ich erkannte in der Tiefe ihrer Augen, dass sie es war die ihn hinunter stiess. Sie lächelte, nur ganz kurz, und auch nur halb. Ich schwieg, sprach kein Ton und nahm ihre Hand.

…Dann wachte ich auf und sende nun alle die in diesem chaos erwähnt werden einen lieben Gruss…ihr könntet euch ja vielleicht Gedanken machen, was dieser Traum vielleicht bedeuten könnte, ach und, wie ihr euch Gefühlt habt, als ihr das gelesen habt… wäre ganz kuhl…DANKE!

Ja doch, los, Sauf noch einen Tropfen Wermut, und dann,
dann FICKEN wir!

„Paradies der Traurigkeit“

--> Werke von J. Arthur Rimbaud:

(Einer meiner allerliebsten „Dichter“, „Denker“, „Philosphen“….ach, wie ich ihn doch verstehe…!)

Aufenthalt in der Hölle

a) Genug! dies ist die Strafe! – Voran!
Ah! die Lungen brennen, die Schläfen dröhnen! die Nacht rollt
in meinen Augen, bei dieser Sonne! das Herz…die Glieder…
Wohin geht es? zum Kampf?
ICH BIN SCHWACH! die anderen rücken vor. Das Schanzzeug, die Waffen…es ist Zeit!…
Feuer! feuert auf mich! Da! oder ich ergebe mich. – Feigling!
- ICH TÖTE MICH! Ich werfe mich vor die Hufe der Pferde!
Ah!…
- Ich werde mich daran gewöhnen.

b) Nacht der Hölle
Ich habe einen grossartigen Schluck Gift genommen. – Dreimal gesegnet sei der Rat, der mir wurde!
- Meine Eingeweide brennen. Die Gewalt des Giftes verdreht meine Glieder, enstellt mich, wirft mich zu Boden. Ich sterbe vor Durst, ich ersticke, ICH KANN NICHT SCHREIEN.
Das ist die Hölle, die ewige Pein! Seht, wie das Feuer auflodert! ICH BRENNE, wie es sich gehört. Weich Dämon! (…)
Kann ich die Vision beschreiben, da die Luft der Hölle keinen Hymnen duldet? Es waren Millionen bezaubernder Wesen, ein köstlicher geistiger Einklang, die Kraft und der Friede, das edle streben, WAS WEIß ICH? Das edle Streben!
Und das ist noch immer das Leben! – Wenn die Verdammnis ewig ist!

c) Lied vom höchsten Turm
(…)
Ich liebte die Wüste, die versengten Gärten, die verblichenen Kramläden, die lauwrmen Getränke. Ich schleppte mich durch die stinkenden Straßen und bot mich mit geschlossenen Augen der Sonne dar, dem Gott des Feuers.
>>General, wenn noch eine alte Kanone auf deinen zerfallenen Wällen übriggeblieben ist, BESCHMEISSE UNS MIT BROCKEN TROCKENER ERDE. In die Schaufenster der prächtigen Warenhäuser! in die Salons! LASS DIE STADT IHREN EIGENEN STAUB FRESSEN! (…)
Oh! die Mücke, berauscht im Pißwinkel der Herberge, verliebt in den Borretsch, und ein Strahl löst sie auf!

d) Das Gestohlene Herz
Am Heck mein trübes Herz muss speien, Mein Herz mit Knaster zugedeckt: Dort schmeissen sie mit ihren Breien, Am Heck, mein trübes herz muss speien:
Dieweil sie vor Gelächter schreien Und jede Zote ihnen schmeckt, Am Heck mein trübes Herz muss speien, Mein Herz mit Knaster zugedeckt!

(…)

Wenn sie den Prriem zum Schluß zerkauen, Was dann, o Herz, das man mir stahl?
Baccantisch werden sie verdauen, Wenn sie den Priem zum Schluß zerkauen; Mein Magen wird sich krampfen, grauen, MEIN HERZ ERNIEDRIGT UND VOLL QUAL:
Wenn sie den Priem zum Schluß zerkauen,
Was dann, o Herz, das man mir stahl?

(Ohne Titel)

Was ist das für ein Leben?
Zerfetzte Seelen. Allein.
Schmerz und Hass und Wut und Zorn und.
Kein Leben. Ein blosses verfaulen. Hirntot.

Woher weisst du das du überhaupt noch lebst? Allein durchs atmen?

Was ist das für ein Leben?
Eingeölt. Schmierige Wesen.
Morden und Schlagen und Brüllen und Lähmen und.
Kein Leben. Tyrannen. Ausleben der Vorurteile.

Woher weisst du das du überhaupt noch lebst? Allein durchs atmen??

Was ist das für ein Leben?
Ätzend. Verseuchte Wiederlichkeiten.
Geschlechter und Rollen und Stellungen und Klischees und.
Kein Leben. Unterdrückungen. Ewig – Immer jetzt und immer dann.

Woher weisst du dass du überhaupt noch lebst? Allein durchs atmen??

Was ist dasür ein Leben?
Sabotage. Manipulierte Hierachien.
Zwang und Kontrolle und Angst und Verzweiflung und.
Kein Leben. Resignation. Kein Auswag hier, keine Rettung da.

Woher weisst du das du überhaupt noch lebst? Allein durchs atmen?

Was ist das für ein Leben?
Destruktiv. Scheintatendrang. Resignieren.
Kurruption und Ausbeutung und ELEND und Machtintrigen und
-Anpassung!!!

„Es ist viel leichter, seiner Müdigkeit, seinen Kummer, seinen Müssiggang nachzugeben, viel leichter, scheinbar mit der konkreten Welt zu brechen,
Als die alten Nebel der Faulheit, des elends und des Todes zu zerreissen,
Viel leichter sich umzubringen, als zu leben!“ (unbekannt)

Aus: „Und Sie bewegt sich doch“

Ich will offen mit die reden, Du armes Kind mit zerrisenem Herzen, du Janus der Dichtercafés und Dämmergestalt; ich will Dir (und nur Dir) sagen, dass dieses Buch nicht ein gemeiner Überfall, sondern ein hehres Gelübde ist, und dass ich nicht auf einem einfachen und ebenen Weg zur neuen Welt fand, sondern blutüberströmt und verwirrt mich an die Sträucher der Vergangenheit klammerte, umfiel und mich unter der Peitsche des Treibers
ZEIT
stets wieder aufrappelte. Du siehst,
-->Dass Die Alte Kunst Tot Ist Und Dass Eine Neue Kommt<--
Aber du bringst nicht genug Kraft auf, um von den dich umgebenden Gräbern wegzukommen und Dich unbändigen, grausamen und lieblosen Kindern zuzuwenden. Auch ich liebte und konnte mich nicht losreißen. Hör zu!
Als Junge liebte ich die exaten Wissenschaften und den Staat der Zukunft, das MIKROSKOP und die REVOLUTION. Mit achtzehn kam ich ins großartige CAMPO SANTO von Europa. Ich konnte nicht widerstehen und ließ mich verführen. Wie gewisse meiner Vorfahren, die Jahwe und die Ebioniten an das prunkvolle Alexandrien verrieten, so gab ich Gerechtigkeit, Verstand und Organisation für eine Miniatur im Gefängnis preis, für ein FLÄSCHCHEN PARFÜM IN DEN SCHLACHTHÖFEN, für eine verlorene tote Kunst. Ich begann garstige Verse über mittelalterliche Turniere zu schreiben und von einem Museum ins andere zu pilgern.
Stell dir vor: in der Jugend den Beruf eines FRIEDHOFSVAGABUNDEN zu wählen! Ich lebte viele Jahre in Paris, ohne all das Großartige wahrzunehmen, das mich umgab. Ich kannte jede alte Notre-Dame, schaute aber zerstreut den Eifeltur empor.
Ich gestehe alles! es schien mir, als sei er – und mit ihm die Fabrikschlote und die Metrobrücken und überhaupt die besten Dinge von Paris – ein hässlicher Angriff auf die Stadt. Dreimal fuhr ich nach Italien, klopfte es von oben bis unten ab und machte mit den Tabernakeln sämtllicher Kirchen bekanntschaft. Doch Italien, seine Stahlwaben im Piemont und in der Lombardei, seine Tage und sein e Mühen, das elektrifizierte Emilien, die Bauerngewerkschaften Siziliens: all das sah ich nicht.
Wie ein Nekromant irrte ich von Brügge nach Ostia, von Avignon zu den RUINEN am Rhein und kroch in übertünchte Gräber!
Ich wühlte in alten Büchern und Handschriften, und jahrelang übersetzte ich Ronsard, die heilige
Teresa, Villom, Agrippa d‘ Aubigné. Meine Tage verbrachte ich zwischen der Kuenstlerkneipe und dem mittelalterlichen Kloster. Ich liebte einen TOTEN GOTT mehr als alle lebenden Menschen.
Ich legte meine kleine Welt nach den falschen Rezepten des prunkenden Katholizismus zurecht. Als ich reichlich Staub und Weihrauch gespuckt hatte, war ich dem Tod nahe. Wahrscheinlich wäre ich gestorben.
Doch da kam der Krieg. Aus der ersten Blutlache erstand die Gerechtigkeit un d stellte die Schönheit zur Rede. Denk bloß nicht, dass Licht sei mir plötzlich aufgegengen: fünf Jahre quälte ich mich auf der Grenze herum. Als erstes warf ich die Messgewänder und die Altertümer ab. (…) In Christus, dem schmachtenden Liebhaber der Mysthiker, sah ich nun wieder den Aufrührer Judäas. Seine verzärtelten, beringten Finger, ergiffen nun vom neuen das Schwert.
-Das Alte War Abgeworfen, das neue jedoch sah ich nicht, Ich glaubte noch an den Hirten und gab mich mit drohendem Blöken zufrieden.
Anfang 1920 erlangte Ich das AUGENLICHT wieder und überwand mich samt meinen Anhänglichkeiten und Gewohnheiten! ICH TÖTETE MICH; um zu leben.
Vom Illusorischen Architekten hatte ich mich getrennt, doch stellte Ich mich nicht an seinen Platz. Nein, ich wusste, dass ich nur ein Stein war.
Meine Rovolte stand auch nicht im Zeichen der Freiheit, sondern richtete sich GEGEN DIE FREIHEIT und war für Organisation, Verstand, Gerechtigkeit und Klarheit.
Ich sage Dir dies, mein Bruder von gestern, mitten in der gr0ßen DÄMMERUNG EUROPAS. Meine Stimme hat jetzt hat für dich etwas ungewohnt Inniges, und meine rauh gewordene Hand hält zärtlich die Deine. Es ist ein ganz, ganz schrecklicher Weg, doch glaube mir, der ich schon ein Stück weit gekommen bin: er bringt FREUDE.
Ich bin ganz Nackt und habe alles verloren, doch ich bin glücklich, jetzt, im Jahre 1922, zu leben und diese Passtrasse in der Wüste tausche ich nicht einmal gegen das GelobteLand ein.
Wenn du kommen kannst -
KOMM!
Hier endet mein intimes Gespräch mit dem Janus der Kuenstlercafés.
Allen übrigen sage ich einfach: Wählt zwischen Leben und TOD!
Ilja Ehrenburg

ENDE! Doch dieses Ende schreit nach NEUANFANG!

Es muss sich etwas ändern…
Anstatt jetzt einen endlos langen Text zu verfassen, weshalb ich mich nach langem enthalten und Hin- und Her doch dazu entschloss weiterhin zu bloggen, werde ich ein Text von Ilja Ehrenburg aus „Sie bewegt sich doch“ veröffentlichen. Ein Text der für veränderung, Umbruch und einem völlig radikalen Neuanfang steht. Auch sind aus dem inhalt z.B. eine immernoch aktuelle (SPEKTAKELkosum-) Kritik und innere Zwiespälte, stellvertretend stehen für die moderne Linke, zu entnehmen.
Im Vorraus dazu möchte ich dennoch kurz sagen, dass ich vorallem nach der Kritik vom Provinzblog und dessen stimmende Analyse über PrOviNZtRiSTeSSe ins grübeln geriet (Danke dafür im nachhinein) und diese mich noch in meinem Vorhaben, der Überholung, neugestaltung des Blog´s, rasch verstärkten.
Ich erinnerte mich an die Ausgangsbeweggründe, aus welchen ich mich ursprünglich zum bloggen entschied. Ich werde schreiben, quantitativ weniger, doch dafür so wie Anfangs vorgesehen. Anders! Mit viel mut, elan , wille, konstruktivität und Creativität wage ich respektlos und durchgeknallter als jeh zuvor den Schritt des Andersschreiben und betrete lebhaft freudig, neue Pfade und hüpfe hinein ins Ungewisse. Na ja, mehr oder weniger.
So, schluss jetzt mit dem Rechtfertigungen, ob das Verlangen herrscht oder Abscheu- vieles änderte sich in der vergangenen Zeit und nun bin ich bereit (das reimt sich…) für, ich weiss nicht was genau. Jedenfalls stelle ich mich künftig mancherlei Herausforderungen und Risiken, werde mein Leben aufs Spiel setzten, jedes Abenteuer und Unglaubliche, Unglaubwürdige, Unerträgliche, Ungeheuerliche, Unpersönliche UUUUUUNSTORIES zum lesen und freuen, oder darüber aufregen auf mein Blog stellen…

-->>So, da dass jetzt doch schon wieder viel zu viel gebrabbel ist, und erstaunlicher Weiße alle Menschen die den Blog lesen, viel Text abschreckt und gar nicht erst damit beginnen, dies belegen ganz klar die fehlenden Kommentare jeweils dazu, nutze ich ein weiteren Beitrag für Ilja E. welcher mir ja doch sehr wichtig ist!

NEIN…

ICH BIN NICHT TOT! UND, DER BLOG AUCH NICHT…!

(Ohne Titel)

Die Kuh, die Kuh, die eine schöne
Versucht sich mancheinmal schon auf der Bühne
Nicht ganz selbstbewusst ist sie da,
gillt sie ja, bei den andern´ einfältigen Viechern, als sehr sonderbar
Dennoch,
Recht albern präsentiert sie sich, ganz heimlich, mit Ihrem Freund, dem Fisch
Die Kuh, ganz tapfer- Miau dann mäht
Der Fisch, erst schüchtern, dann doch laut- Ein muntres´ Kräh erkröht
Das Publikum ganz außersich sich nun, Tobt & Pfeift & Klatscht
Und jetzt nimmer mehr, Die Kuh, Die Kuh, Die eine schöne,
verpöhnt, und hämisch verlacht.
_bÄh_

(„Gewidmet“, meiner exmitbewohnerin, der lieben Johanna von -New Telepathics-)

Wichtige, sehr wichtige, verblüffent wichtige, interessante Information:

kuh